Vorstellung
„Schreib kurz" ist der häufigste Ratschlag im Outbound. Wir haben ihn an 37.375 gesendeten Nachrichten überprüft und dabei etwas gefunden, das wir so nicht erwartet hatten: Die Kurve ist keine Gerade. Sie ist ein U.
Die Zahlen
| Länge der Nachricht | gesendet | Antworten | Antwortrate |
|---|---|---|---|
| unter 200 Zeichen | 6.686 | 467 | 6,98 % |
| 200 bis 399 Zeichen | 5.017 | 279 | 5,56 % |
| 400 bis 599 Zeichen | 12.200 | 381 | 3,12 % |
| 600 bis 799 Zeichen | 10.443 | 403 | 3,86 % |
| 800 bis 999 Zeichen | 1.840 | 77 | 4,18 % |
| 1.000 Zeichen und mehr | 1.147 | 78 | 6,80 % |
Ganz kurz gewinnt. Ganz lang gewinnt fast genauso. Und die Mitte, in der die meisten Nachrichten liegen, verliert deutlich.
Warum die Mitte verliert
Unsere Erklärung: Eine Nachricht unter 200 Zeichen ist erkennbar eine Frage. Die liest man zu Ende, weil es nichts kostet.
Eine Nachricht über 1.000 Zeichen ist erkennbar Arbeit. Wenn jemand so viel geschrieben hat, war offensichtlich Aufwand im Spiel, und das erzeugt Verpflichtung.
Dazwischen liegt der Bereich, in dem eine Nachricht nach Vorlage aussieht. Lang genug, um Aufwand zu behaupten, kurz genug, um keinen zu beweisen. Genau dort liegen 22.643 unserer Nachrichten, also fast zwei Drittel.
Gute von schlechten Nachrichten lassen sich daran unterscheiden, ob ihre Länge eine Entscheidung war oder ein Zufall.
Was das praktisch heißt
Entscheide dich vor dem Schreiben, welche der beiden Nachrichten du schreibst:
- Die kurze Frage. Unter 200 Zeichen. Ein Anlass, eine Frage, kein Pitch. Funktioniert auf LinkedIn besonders gut.
- Der lange Beleg. Über 1.000 Zeichen. Nur für Accounts, in die du wirklich Arbeit steckst. Mit konkretem Bezug, mit Zahlen, mit einem Gedanken, den der Empfänger noch nicht hatte.
Was du nicht schreiben solltest, ist die Nachricht dazwischen. Sie kostet dich denselben Versand und bringt die Hälfte.
Die Einschränkung, die dazugehört
Die 1.000-Zeichen-Zeile steht auf 1.147 Nachrichten. Das trägt, ist aber die dünnste Zeile in der Tabelle. Und lange Nachrichten schreibt man selten an beliebige Kontakte, sondern an ausgesuchte. Ein Teil des Effekts liegt also vermutlich nicht an der Länge, sondern an der Auswahl.
Wir sagen das dazu, weil die ehrliche Version mehr wert ist als die griffige.
Nächste Schritte
Wir testen gerade, ob sich der Effekt hält, wenn die lange Nachricht automatisch gebaut wird statt von Hand. Falls ja, ist der Aufwand kein Argument mehr.
Ziel
Wir wollen, dass unsere Software von selbst die richtige Länge für den jeweiligen Kontakt wählt. Happy selling, Axel